Freitag, 20. Jänner 2012
Im Talk mit dem Sportchef!
Seit fast zwei Wochen geben die Jungs von Peter Stöger wieder Gas und arbeiten hart daran, sich für das spannende Frühjahr in der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile vorzubereiten. Nach den ersten Testspielen gegen den FAC und den SV Horn meldet sich erstmals der Sportchef nach dem Jahreswechsel zu Wort.
Peter, wir hoffen, du konntest dich in der Winterpause von der intensiven Herbstsaison erholen und bist mit viel Energie in das neue Jahr gestartet.
Peter Stöger: Danke. Ich konnte mich in den vergangenen Wochen wirklich sehr gut erholen. Es war ja im Sommer so, dass ich direkt vom GAK zum SC gekommen bin und somit keinen Tag frei gehabt habe. Diesbezüglich haben mir die Weihnachtsfeiertage sehr gut getan, um wieder neue Kraft für das Frühjahr zu tanken. Ich bin wie meine Spieler voll motiviert für die verbleibenden Spiele der Meisterschaft.
Seit nun fast zwei Wochen arbeitest du mit deinen Spielern an der Vorbereitung für die Frühjahresmeisterschaft. Wie läuft es?
Peter Stöger: Wir sind momentan sehr zufrieden, die Mannschaft ist mit dem vorgegebenen Urlaubsprogramm gut in Schuss in die Vorbereitung gestartet. Wir konnten dadurch - was die Intensität betrifft - auf einem sehr hohen Level einsteigen. Unser Ansatz liegt darin, vieles in Spielform und technischer Arbeit mit Ball umzusetzen, weil das für mich sehr wichtig ist und ich auch glaube, dass wir auch körperlich sehr gut in Form sind. In dem Bereich Spieltaktik und Spielphilosophie haben wir auf jeden Fall noch Potential, um hier noch viel mehr zu erreichen als das, das wir im Herbst gezeigt haben.
Was hast du in den nächsten drei Wochen noch geplant, um gegen den Rekordmeister am 12.02.2012 einen guten Start zu absolvieren?
Peter Stöger: Es stehen noch einige Testspiele am Programm, auf die wir uns aber im Speziellen nicht vorbereiten. Wir haben noch zwei sehr intensive Wochen vor uns und danach geht es in Richtung „frisch machen“ für das Spiel gegen Rapid, aber vor allem auch gegen Kapfenberg. Wir müssen versuchen bestmöglichst in die Saison zu starten, da diese beiden Spiele sehr wichtig für uns sind. Rapid ist für jeden einzelnen sowieso immer eine sehr spezielle Aufgabe, aber auch gegen Kapfenberg ist es wichtig, positiv abzuschneiden. Es wird weiter so gehen, dass wir am Spielsystem und der Intensität arbeiten werden. Der Glaube der Mannschaft an sich selbst ist in den letzten Monaten gestiegen, das spiegelt sich auch im Selbstvertrauen der Spieler in der täglichen Arbeit wieder. In diesem Bereich müssen wir konsequent weiter arbeiten, aber ich sehe hier noch viel Potential in der Mannschaft.
Das Transferkarussell dreht sich in der österreichischen Bundesliga wenig bis gar nicht. Plant der SC Wr. Neustadt noch kadertechnische Veränderungen?
Peter Stöger: Nein. Wir haben Ende des Herbstdurchganges mit zwei, drei Spielern gesprochen, wo wir der Meinung gewesen sind, dass wenn es Varianten gibt, die für alle Beteiligten sinnvoll sind, dass der ein oder andere für ein halbes Jahr bei einem anderen Verein Spielpraxis sammelt. So wie es aber jetzt aussieht, werden alle Spieler bei uns bleiben. Es wird halt für diejenigen noch mehr an ihnen liegen, täglich daran zu arbeiten, um zu ihren Einsatzminuten zu kommen. Von unserer Seite besteht aber auch kein Handlungsbedarf irgendeinen Spieler fix weg zu schicken, da soweit eigentlich alle ihre Arbeit gemacht haben. Es waren einfach Überlegungen die für die einzelnen Spieler Sinn gemacht hätten. Vielleicht überrascht mich ja gerade einer dieser Jungs mit einer sensationellen Frühjahressaison. Ich lasse mich diesbezüglich gerne überraschen.
Die Verletzungsliste der Blau-Weissen ist derzeit etwas länger. Thomas Kral und Mario Reiter fallen leider die nächsten Wochen aus. Beunruhigt dich diese Situation?
Peter Stöger: Wir hatten ja schon eine sehr ähnliche Situation auch im Herbst gehabt, da hat das wahrscheinlich gar niemand mitbekommen. Wir sind diesbezüglich ein Team von Vorstand, Trainern bis hin zu den Spielern, die in diesem Bereich nicht raunzen. Wir versuchen dies zu kompensieren, andere Spieler werden ihre Chance bekommen. Wenn Spieler mit denen man fix plant länger ausfallen, muss man das halt auch zur Kenntnis nehmen. Wir sind kadertechnisch ganz gut aufgestellt und somit sehe ich diese Situation relativ entspannt. Mir tut es persönlich für jeden einzelnen Spieler leid, dass nicht alle zum Einsatz kommen können, aber für die Mannschaft haben wir Möglichkeiten, Überlegungen, Systeme und nahezu auf allen Positionen Alternativen, diese Ausfälle zu kompensieren. Ich hoffe natürlich, dass alle Spieler so rasch wie möglich wieder retour kommen, aber ich bin nicht der Typ, der für den Spieler X , der verletzungstechnisch ausfällt, einen neuen Spieler verpflichtet. Wie gesagt, wir haben eine solche Situation bereits im Herbst sehr gut überstanden und deshalb werden wir auch jetzt nicht nachjustieren.
Wie jedes Jahr wird in den Medien natürlich auch in der Winterpause darüber spekuliert, wer Absteiger und wer Meister wird. Der SCWN wird gegen alle Erwartungen aus dem Sommer, nicht mehr als Abstiegskandidat gehandelt. Was erwartest du dir von deiner Mannschaft im Frühjahr?
Peter Stöger: Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie in der Liga bestehen kann. Ich bin überzeugt, dass wir noch Entwicklungspotential haben. Wir hoffen, dass wir uns weiterhin stabilisieren. Wenn man das ganze auf Punkte runterbricht, haben wir aus 19 Spielen 22 Punkte gemacht und mindestens in diesem Bereich sollten wir uns auch im Frühjahr bewegen. Wir sind sicherlich auch nicht davor gefeit, dass wir eine negative Phase haben, aber ich bin überzeugt, dass die Mannschaft so stabil ist, dass wir hier keine länger andauernde Negativserie haben werden. Ich hoffe, dass wir um die 40 Punkte erreichen, das muss auch der Anspruch der Mannschaft sein. Wir haben diesbezüglich eine gemeinsame Planung mit den Spielern, wie wir uns von der Art und Weise der Spielanlage weiter entwickeln möchten, beziehungsweise in welchen Spielen wir punkten sollten. Diese Zielvorgaben werden wir im Rahmen des Trainingslagers im Hotel Stoiser für jeden einzelnen noch weiter konkretisieren.
Der SC Wr. Neustadt bleibt als einziger Bundesligist während der gesamten Vorbereitungszeit in Österreich. Am Sonntag geht es dann für vier Tage in das Thermenhotel Stoiser nach Loipersdorf. Was steht für diesen Kurztrip auf dem Programm?
Peter Stöger: Vorerst möchte ich zum Thema Trainingslager allgemein etwas sagen. Wir werden in der Öffentlichkeit als armer Verein und armes Trainerteam hingestellt werden, die nicht mit ihren Spielern in die Türkei oder nach Portugal fliegen können. Es muss sich um uns niemand sorgen! Wir haben ein Trainingszentrum in Steinbrunn, wo wir perfekte Bedingungen vorfinden. In Loipersdorf sind wir im Hotel Stoiser in einem Tophotel untergebracht, wo wir uns sicherlich sehr wohl fühlen werden. Wenn wir in den nächsten zwei Wochen weiterhin mit dem Wetter etwas Glück haben, sind wir dann wahrscheinlich jener Verein, der schlussendlich mehr richtig gemacht hat als andere, die sich in Richtung Süden begeben haben. In Loipersdorf wird der Sportpsychologe Walter Oberlechner unser Team unterstützen. Er wird in Einzelgesprächen mit den Spielern versuchen, ihre Ziele herauszuarbeiten, um sie einen Schritt weiterzubringen. Am Mittwochabend werden wir auch noch gegen Loipersdorf ein Testspiel absolvieren.
Vielen Dank für das Gespräch!






















































