Donnerstag, 29. Dezember 2011
Eine Bilanz in Zahlen!
Licht überwiegt gegenüber dem Schatten
Die Meisterschaft 2011/2012 begann am 16. Juli 2011 mit einem 2:1-Auswärtssieg in Mattersburg, bei dem Jörg Siebenhandl nach nur 81 Sekunden als Torwart einen Freistoß aus der eigenen Hälfte direkt verwandelte – das wohl kurioseste Tor der gesamten Herbstrunde. Das Siegestor erzielte Kapitän Tomas Simkovic. Genau fünf Monate später ein Deja vü in Mattersburg: Die Blau-Weissen schlagen die Lederer-Truppe in der vorgezogenen ersten Runde des Frühjahrsdurchgangs mit 1:0 – der Torschütze abermals Kapitän Simkovic. Dazwischen lagen 17 spannende Runden Bundesliga, in denen sich der SC Wiener Neustadt 08 vom „Fixabsteiger“ zum beachteten Mittelständler empor gearbeitet hat.
Vom Fixabsteiger zum geachteten Gegner
Mit insgesamt 5 Siegen, 7 Remis und 7 Niederlagen ist die Bilanz von Sportdirektor und Cheftrainer Peter Stöger zwar leicht negativ, aber die 22 auf dem Konto stehenden Punkte sind mehr als das Plansoll. Die Blau-Weissen überwintern auf Tabellenplatz 8 mit einem Respektabstand zum SV Mattersburg (-5 Punkte) und zum Kapfenberger SV (-12 Punkte). Zum Winterkönig Rapid Wien fehlen 10 Punkte, zu den Tabellennachbarn Innsbruck zwei und zu Sturm Graz fünf Punkte. Genug Motivation, sich nach der kurzen Winterpause nach oben zu orientieren.
Gegen die Blau-Weissen mussten alle Klubs Federn lassen
Was die Gesamtpunktezahl und der Tabellenplatz nicht offenbaren, ist die Tatsache, dass der SCWN in der Herbstrunde gegen alle Bundesliga-Klubs gepunktet hat. Höhepunkt dieser tollen Bilanz war der Heimsieg gegen den SK Sturm Graz mit 3:1 – die Grazer konnte seit der Aufstieg 2009 erstmals bezwungen werden.
„Bollwerk Verteidigung“ und Ladehemmung bei den Stürmern
Erfreulich war die Leistung der Verteidigung. Mit den Routiniers Andreas Schicker, Michael Madl, Wolfgang Klapf und Christian Ramsebner standen die Blau-Weissen wie eine Bank. Aber auch Thomas Kral und Matthias Maak stellten ihr Talent bei ihren Einsätzen unter Beweis. Und auch Fernando Trojansky kam zu einigen Einsätzen. Nicht vom Glück verfolgt waren die Stürmer des SC: Günter Friesenbichler und Matthias Lindner mussten einige Runden verletzungsbedingt pausieren. Auch Edin Salkic agierte im gegnerischen Strafraum eher glücklos. Von den nur 17 Wiener Neustädter Treffern - nur Kapfenberg schoss weniger Tore - gingen nur 6 auf das Konto der Angreifer.
Shooting-Star Jörg Siebenhandl
Nach dem Abgang von Saso Fornezzi befürchteten einige ein Vakuum in der Tormannfrage. Doch schon in den letzten Runden der vergangenen Bundesliga-Saison zeigten die „Ersatztorleute“ Manfred Ratzenböck, Ihsan Poyraz und Jörg Siebenhandl, dass ihnen die „Handschuhe“ von Saso Fornezzi nicht zu groß sind. Jörg Siebenhandl erhielt von Peter Stöger das Vertrauen für Spiel Nummer 1 und avancierte in den weiteren 18 Runden zum unumstrittenen „Einsergoalie“ und Publikumsliebling. Mit 1620 Einsatzminuten ist Siebenhandl der einzige Blau-Weiße, der alle Begegnungen durchspielte. Belohnt wurde die herausragende Leistung durch die Nominierung für das Nationalteam und durch den Einsatz beim U21-Ländermatch gegen Bulgarien im Wiener Neustädter Stadion. Und vielleicht noch wichtiger für die Zukunft des SCWN ist, dass Jörg Siebenhandl bereits vorzeitig seinen Vertrag verlängert hat.
Treffer aus der zweiten Reihe
Die erfolgreichsten Torschützen in Blau-Weiß kommen aus dem Mittelfeld. Während sich die Sturm-Abteilung im gegnerischen 16er schwer tat, fielen die Toren für den SC vorwiegend aus der zweiten Reihe. Kapitän Tomas Simkovic war mit 4 Treffern am erfolgreichsten, gefolgt von Mario Reiter und Thomas Helly mit drei Toren und Michael Madl und Günter Friesenbichler mit je 2 Treffern. Je einmal erfolgreich waren Jörg Siebenhandl, Rene Felix und Serkan Ciftci.
Einsatzminuten, Stammelf und Kartenspiele
Würde man die Einsatzminuten heranziehen, um eine Stammelf zusammen zu stellen, so würden vor Jörg Siebenhandl in Tor (1620 Minuten) Christian Ramsebner (810 Minuten), Andreas Schicker (1485 Minuten), Michael Madl (1530 Minuten) und Wolfgang Klapf (1324 Minuten) die Viererkette bilden. Davor im defensiven Mittelfeld finden sich Michael Stanislaw (1326 Minuten) und Mario Reiter (1080 Minuten). Das Mittelfeld würde ergänzt werden durch Kapitän Tomas Simkovic (1222 Minuten) und Mario Pollhammer (1371 Minuten), der neben Jörg Siebenhandl wohl die größte positive Überraschung im Kader der Blau-Weißen war. Und im Sturm gehen die Stammtickets an Günter Friesenbichler (796 Minuten) und Serkan Ciftci (677 Minuten). Nicht unerwähnt bleiben sollten Willi Evseev, der es in 16 Einsätzen als „Joker“ auf 625 Minuten brachte und Thomas Helly, der in seinen 321 Minuten immerhin 3 Tore erzielte. Unter den „Eigenbau-Spielern“ brachten es Bernd Besenlehner als „Last-Minute-Joker“ und Christopher Tvrdy auf sieben bzw. drei Einsätze. Des Platzes verwiesen wurde nur Tomas Simkovic im Auswärtsspiel gegen Rapid Wien. Er sah Gelb-Rot. Andi Schicker musste nach der 5. Gelben in Innsbruck pausieren.
Elf Spieler wurden eine Mannschaft
Cheftrainer Peter Stöger ist es gelungen in der Herbstrunde aus einer komplett neu zusammen gewürfelten Truppe mit vielen jungen Spielern ohne Erfahrung in der obersten Spielklasse und den weinigsten Legionären der Liga durch Beharrlichkeit und Ruhe eine Mannschaft zu formen, die die „Großen“ ärgern und ihr Kainsmal „Fixabsteiger“ ablegen konnte. Die Blau-Weißen haben sich gegenüber dem Tabellenkeller abgesichert und können sich nun nach dem Jahreswechsel nach oben orientieren. Und auch wenn das Hauptziel weiterhin der Klassenerhalt sein muss, sollte es auch im Frühjahr gelingen, mit Punkten gegen die Titelaspiranten im Kampf um die Meisterschaft ein Zünglein an der Waage zu sein.
Prosit 2012!
Vielen Dank für diesen interessanten Artikel an Michael Wilczek!






















































