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Freitag, 09. September 2011

Pressegespräch in der soccercity Lanzenkirchen!

k.A.

Anlässlich des ORF Live Spieles am Sonntag gegen den FK Austria Wien fand am 09.09.2011 um 13.00 Uhr in der soccercity Lanzenkirchen ein Pressegespräch mit Sportchef Peter Stöger und dem Kapitän Tomas Simkovic statt. Unter Beisein einiger Journalisten und interessierter Fans des SC Wr. Neustadt standen die Beiden Rede und Antwort.

Nach der 0:5 Niederlage gegen SK Puntigamer Sturm Graz wartet am Sonntag ein weiterer großer Verein auf die Blau-Weissen. Wie stehen die Chancen für Wr. Neustadt in diesem Spiel?

Peter Stöger: Es ist so, dass wenn Wr. Neustadt gegen Sturm Graz auswärts, gegen die Austria am Sonntag zu Hause und dann nächste Woche auswärts gegen Salzburg spielt, wir eindeutig die Außenseiter sind. Ich glaube aber auch, dass die Meisterschaft zeigt, dass es durchaus möglich ist, wenn viele Komponenten zusammenpassen und wir taktisch und läuferisch unsere Leistung bringen, wir für eine Überraschung sorgen können. Wir haben aber auch gegen Sturm Graz gesehen, dass wir eine Halbzeit lang ebenbürtig waren. Wir hatten gute Möglichkeiten, konnten diese leider nicht nutzten. Dann haben wir gesehen, dass eine Mannschaft, die in der Tabelle vorne steht, Fehler, die wir machen, gnadenlos bestraft. Somit kann es dann auch passieren, dass man mit einer 0:5 Niederlagen nach Hause fahren muss.

Wie wurde die Länderspielpause genützt, um sich auf die bevorstehenden schweren Gegner wie die Austria und Salzburg vor zubereiten?

Peter Stöger: Wir hatten in den letzten beiden Wochen genügend Zeit, um uns auf die schwierigen Aufgaben in den nächsten Wochen vorzubereiten. Wir wissen, dass wir am Sonntag gegen eine spielstarke Mannschaft antreten werden, aber wir sind gut vorbereitet und man hat auch im letzten Spiel der Austria gesehen, dass sie verwundbar ist. Es wird schwer, Punkte zu machen, aber wir sind gut vorbereitet.

Wie wird sich der SC auf die Offensivabteilung der Austria Wien (Jun, Barazite, Junuzovic, Linz) einstellen, die mit 12 Toren die meisten Tore in der Liga derzeit erzielt hat?

Peter Stöger: Wir müssen schon alles in Betracht ziehen. Klar sind diese vier Spieler, jene, die entscheidenden Sachen machen, aber es geht natürlich auch um den Spielaufbau. Es ist wichtig, den Spielaufbau zu stören und den Spielfluss im Keim zu ersticken. Wir müssen versuchen die Räume eng zu machen, da geht es aber nicht zwingend um die Räume eines Roland Linz, sondern es geht darum zu verhindern, dass die Bälle in diese gefährlichen Bereiche kommen. Wenn uns das so gelingt wie gegen Sturm Graz in den ersten dreißig Minuten, haben wir Möglichkeiten, da bin ich mir ganz sicher. Man muss versuchen in einem ungefährlichen Bereich so aggressiv wie möglich spielen, dabei aber keine Standardsituationen für die Austria zu produzieren, da sie dabei immer zu ihren Möglichkeiten kommen. Dass es eine schwere Aufgabe wird, ist klar, aber wir haben schon unsere zwei, drei Anknüpfungspunkte, wo wir glauben, die Austria knacken zu können. Vordergründig ist aber vor allem, dass die Mannschaft selbst daran glaubt, am Sonntag zu punkten.

Mit vier Toren steht der SC mit Rapid am Ende der Torschützenliste. Wie wollt ihr die Abschlussschwäche bekämpfen?

Peter Stöger: Wenn man einige Zeit im Fußball gearbeitet hat, weiß man, dass es leichter ist Tore zu verhindern als zu schießen. Wir haben auch jetzt auf der einen Seite zwei Spieler (Friesenbichler, Lindner) die uns derzeit nicht zur Verfügung stehen, die für uns definitiv Qualität bringen. Auf der anderen Seite haben wir mit Helly, Ciftci, Prskalo und Salkic vier Spieler die ganz vorne spielen können, aber alle samt in einem Alter sind wo sie gerade den Führerschein machen durften. Man muss ihnen einfach auch Zeit geben. Sie haben in diversen unteren Ligen alle beweisen dass sie in der Lage sind Tore schießen, aber es liegt auch hier teilweise auch an der Mannschaft ihnen möglichst viele Chancen heraus zu arbeiten. Dann haben die Spieler die Qualität diese Chancen zu nutzten.

Die Nationalmannschaft ist in der vergangen Woche in der Qualifikation zur EURO 2012 gescheitert. Wie siehst du als ehemaliger Teamspieler und Bundesliga Trainer die Situation des Nationalteams?

Peter Stöger: Ich glaube, dass wir eine gute Generation an Spielern haben, die aber vielleicht noch über etwas zu wenig Erfahrung verfügen um eine Qualifikation zu überstehen. Ich sehe aber sehr viel Qualität in der Mannschaft. Ich hatte einmal das Glück als Spieler eine Qualifikation zu schaffen, da hatten wir sehr viele Führungsspieler im Kader hatten. Dazu muss ich aber immer wieder sagen, dass wir trotz dieser Qualität der Spieler in der Qualifikation mit etwas Glück drei Spiele gewonnen haben die wir genauso auch verlieren hätten können. Wäre das eingetreten wären wir vierter in der Gruppe gewesen und zu Hause geblieben. Es gehört einfach immer auch das nötige Glück dazu um in einer Qualifikation zu bestehen. Dieses Glück hat uns diesmal sicherlich auch gefehlt, vor allem wenn ich an das Spiel in Belgien denke. Diesen Faktor Glück brauchst du auf jeden Fall, egal wer dann an der Linie bei der Nationalmannschaft steht.

Du triffst erstmals als Bundesligatrainer auf deinen ehemaligen Verein die Wiener Austria. Hat dieses Spiel für dich eine besondere Bedeutung?

Peter Stöger: Es ist für mich vielleicht insofern etwas besonderes, da ich ja auch bei der Austria sportlicher Leiter gewesen bin. Wenn es nur darum geht, dass ich gegen einen meiner Ex-Vereine hier antrete, ist es nicht so etwas besonderes, da ich ja bei mehreren Vereinen gespielt habe und somit dementsprechend oft gegen einen Ex-Verein von mir antrete. An sich ist es für uns ein wichtiges Spiel, weil ich mir immer wieder eine Überraschung gegen eine Top Mannschaft erhoffe, aber grundsätzlich bereite ich mich ganz normal wie auf jedes andere Spiel vor.


Vielen Dank an Peter Stöger!

Tomas, bevor wir uns um die sportlichen Themen kümmern noch eine persönliche Frage. Du hast am vergangenen Freitag geheiratet. Wie fühlst du dich als frisch gebackener Ehemann?

Tomas Simkovic: Es war ein sehr schöner Tag am Freitag vor einer Woche. An sich hat sich für mich nicht wirklich viel verändert, da ich schon sehr lange mit meiner Frau zusammen bin und ich schon immer gewusst habe, dass ich sie heiraten möchte. Das hat jetzt alles gut gepasst und deshalb bin ich sehr glücklich.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach der Niederlage gegen die Grazer?

Tomas Simkovic: Ich glaube, dass wir die Situation sehr gut einschätzen können. Wir haben wie auch schon Trainer erwähnt hat, die ersten 30 Minuten sehr gut gespielt und auch die ein oder andere Möglichkeit heraus gearbeitet. Wenn Edin die Chance per Kopf genutzt hätte, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Dies ist ihm leider nicht gelungen und wir haben dann im Gegenstoß das 0:1 erhalten. Wir tun uns als Teams sehr schwer wenn wir in Rückstand geraten und daran müssen wir einfach arbeiten. Das ist natürlich nicht so leicht, aber das ist ein Lernprozess den ich als Kapitän genau durchlaufen muss wie wir als ganz Mannschaft. Ich bin aber überzeugt, dass wir uns kontinuierlich weiter entwickeln und der Weg den wir eingeschlagen haben ein guter ist.

Das letzte Spiel gegen die Austria im Wr. Neustädter Stadion endete mit 4:2 für die Blau-Weissen. Wie stehen die Chancen um dieses Ergebnis zu wiederholen?

Tomas Simkovic: Die Chancen stehen aus meiner Sicht gleich wie im Vorjahr. Die Austria hat ziemlich den gleichen Kader wie in der letzten Saison. Wir hatten zwar einige Abgänge, aber ich denke wir haben in den letzten Wochen eine Weiterentwicklung gemacht. Es wird von Tag zu Tag besser und die Mannschaft arbeitet hart um die Qualität zu steigern. Ich glaube dass wir eine reelle Chance haben, die Austria zu schlagen. Wir müssen sicherlich hart dafür arbeiten und die Zweikämpfe annehmen, dass ist uns zweite Hälfte in Graz nicht so gut gelungen, aber ich traue uns durchaus eine Überraschung am Sonntag zu.

Mit Alexander Grünwald steht ein Ex-Blau Weißer im Dress der Austria, du und auch einige andere Spieler haben eine Austria-Vergangenheit. Ist das Spiel für die Mannschaft etwas Besonderes?

Tomas Simkovic: Nein! Ich denke wir haben in den letzten Jahren schon öfter gegen die Austria gespielt und mittlerweile ist das ein ganz normales Spiel wie jedes andere auch. Das erste Spiel gegen die Austria vor drei Jahren im Cup Halbfinale war sicherlich etwas ganz besonderes, aber jetzt bereite ich mich gleich wie auf jedes andere Spiel vor.

Die soccercity in Lanzenkirchen ist eines der wenigen Fußballfachgeschäfte in Österreich, im Süden Niederösterreichs das Einzige. Wie gefällt dir als Fußballprofi das Angebot der soccercity?

Tomas Simkovic: Ich sehe so ein Geschäft wirklich zum ersten Mal. Es ist absolut ganz etwas anderes als die herkömmlichen Sportgeschäfte. Du hast hier eine Betreuerbank, eine Tribüne, sogar einen Rasen und natürlich die Top Fußballschuhe unterschiedlichster Marken. Ich finde es wirklich sehr gelungen und wünsche den Betreibern viel Erfolg für die Zukunft.

Auch an die die abschließende Frage zum Thema Nationalteam. Wie ist deine Einschätzung zum Nationalteam, bzw. wie schätzt du deine Chancen ein, auch einmal für das Nationalteam ein Thema zu sein?

Tomas Simkovic: Ich denke dass für jeden Spieler das Ziel sein muss einmal im Nationalteam zu spielen. Mir ist bewusst, dass ich mich noch weiter entwickeln muss und meine Leistungen bringen muss um die Chance zu bekommen für das Team zu spielen. Ich bin vielleicht nicht mehr ein junger Spieler, habe aber mit Sicherheit noch einige Zeit als Profifußballer vor mir und möchte dieses Ziel auf jeden Fall erreichen. Zur aktuellen Situation ist aus meiner Sicht zu sagen, dass die Qualität der Mannschaft sehr gut ist. Die einzelnen Spieler haben auf jeden Fall gute Qualität, und ich denke schon, dass sich die Mannschaft positiv entwickeln wird. Ich glaube halt auch, dass die Medien oft ein sehr negatives Bild zeichnen. Ich habe am Mittwoch im Fernsehen die Kommentare mit verfolgt und war eigentlich ein wenig schockiert, über die negativen Statements des Reporters. Ich habe parallel auch immer wieder das Spiel der slowakischen Mannschaft verfolgt, und da hatte ich das Gefühl, dass trotz eines 0:3 Rückstandes der Kommentator an das Team glaubt und positive Stimmung über das Fernsehen erzeugt hat. Das finde ich in Österreich im Moment sehr schade, weil die Mannschaft es einfach braucht, dass sie auch nach negativen Erlebnissen wieder gepuscht wird. Ich würde mir wünschen, dass hier einfach positivere Stimmung produziert wird, um auch mehr Euphorie bei den Fans zu erzeugen.

Vielen Dank für das Gespräch!