Donnerstag, 01. September 2011
Im Talk mit Mario Reiter!
Mario du bist einer der Spieler die schon seit 2008 in Wr. Neustadt sind. Wie fällt deine persönliche Bilanz über die vergangenen drei Jahre aus?
Mario Reiter: Es war und ist eine sehr schöne Zeit. Wenn mir vor drei Jahren jemand gesagt hätte, dass das Ganze so laufen wird, würde ich es jederzeit wieder machen. Natürlich war es nicht immer einfach auch für den Verein, aber grundsätzlich war es sportlich sehr erfolgreich und darum geht es ja auch schlussendlich.
Wir haben uns deine Einsatzstatistik aus den letzten drei Spielsaisonen etwas genauer angesehen. In der ADEG Ersten Liga (2008/09) hattest du 26 Mal einen Stammplatz und wurdest 2 Mal eingewechselt. Das Jahr darauf in der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile warst du gleich 31 Mal in der Startelf. In der vergangenen Saison dann nur 17 Einsätze von Beginn und 5 als Wechselspieler. Unter Trainer Peter Stöger hast du dir wieder einen Stammplatz zurückerkämpft. Wie bist du mit dieser Statistik persönlich zufrieden?
Mario Reiter: Ja wenn ich mir das so anschaue ist es grundsätzlich sehr in Ordnung. Das erste Jahr war sehr sehr wichtig für mich, um mich im Verein zu etablieren und nicht zuletzt weil wir ja auch Meister geworden sind. Dann mit 31 Einsätzen in der ersten Bundesligasaison war es für mich persönlich ein sehr erfolgreiches Jahr. Im vergangenen Jahr hat es dann nicht ganz so optimal geklappt, da ich auch länger verletzt gewesen bin und es natürlich auch vom Trainer abhängig ist, wie oft man spielt oder auch nicht. Die Bilanz passt aus meiner Sicht! In der laufenden Saison bin ich angesichts der Einsatzminuten natürlich zufrieden. Es ist auch mein Ziel als Führungsspieler so viele Einsatzminuten wie nur möglich zu erreichen und im Moment klappt das ja auch ganz gut.
Gestern um Mitternacht hat die Frist für die Sommertransferzeit geendet. In den letzten Wochen wurde dein Name mit RB Leipzig und SV Josko Ried in Verbindung gebracht. Was war an diesen Gerüchten dran?
Mario Reiter: Naja es ist an einem Sonntag mal aus dem Nichts ein Anruf gekommen. Ich hatte davor keinen Kontakt. Dementieren kann und möchte ich diese Gerüchte auch nicht, da mich beide Vereine angesprochen haben. Ich habe mir das angehört und es war für mich aus Spieler-Sicht teilweise recht interessant. Für mich war aber zu jeder Zeit klar, dass ich mit Kopf und Herz zu 100% beim SC Wr. Neustadt bin. Diese Geschichte ist wie gesagt sehr unerwartet gekommen und war dann auch relativ rasch wieder vom Tisch.
Wie siehst du deine Zukunft beim SC WN, beziehungsweise was sind die Ziele für diese Saison?
Mario Reiter: Wir haben von Start weg gewusst, dass es eine sehr schwierige Saison wird, da wir doch einen relativ großen Aderlass hatten. Trotzdem haben wir in der Breite einen sehr guten Kader und ich glaube, dass wir mit dem Abstieg schlussendlich nichts zu tun haben werden. Ich glaube, dass wir uns immer wieder fangen werden um die nötigen Punkte zu machen. Von der Qualität sehe ich uns eindeutig über dem einen oder anderen Verein. Grundsätzlich ist das Ziel ganz klar der Klassenerhalt. Ich sehe im Moment aber keinen Unterschied was zum Beispiel Ried besser gemacht hätte als wir heuer und die wurden bekanntlich Fünfter im Vorjahr. Auch Innsbruck sehe ich in Reichweite. Für mich sind Kapfenberg und Mattersburg die Abstiegskandidaten, aber es wird mit Sicherheit keine einfache Saison.
Du hast mit Peter Stöger den dritten Cheftrainer bei den Blau-Weissen. Wie kommst du mit dem neuen Coach zurecht?
Mario Reiter: Das Arbeiten passiert auf einer sehr angenehmen Art und Weise. Es macht sehr viel Spaß aber der nötige Ernst ist natürlich dabei, ohne den geht es sowieso nicht. Jeder Spieler weiß genau dass er sich über das Training beweisen muss. Schlussendlich kommen alle Spieler jeden Tag gerne zum Training und das ist für mich ein Zeichen, dass der Trainer alles richtig macht.
Am vergangenen Samstag verlor unsere Mannschaft mit 0:5 beim amtierenden Meister in Graz. Wie versuchst du nach einer Niederlage wie gegen Sturm Graz die jungen Spieler wieder aufzurichten? Wie war die Leistung am Samstag aus deiner Sicht?
Mario Reiter: Wenn ich es jetzt vergleiche mit dem Spiel gegen die Rapid Amateure, wo wir doch fünf, sechs Tage benötigt haben die Niederlage aus den Köpfen zu bekommen, ist es dieses Mal trotz des 0:5 wesentlich schneller gegangen. Wir haben gleich unmittelbar nach dem Spiel mit dem Trainer darüber gesprochen, das hat uns sehr geholfen. In der Länderspielpause haben wir jetzt über zehn Tage Zeit uns gezielt auf die Austria vorzubereiten. Auch wenn es aufgrund des Ergebnisses komisch klingt, war es aus meiner Sicht wohl eine der besten Leistungen in dieser Saison. Wir sind halt sehr dumm in Rückstand geraten und dann ist es halt gegen den Meister schwer wieder zurückzukommen. Sturm hat einfach die Qualität, die Fehler die wir gemacht haben, auszunutzen, daran müssen wir arbeiten.
Wo liegen deine persönlichen Ziele in der Zukunft? Was möchtest du in deiner aktiven Karriere als Fußballprofi noch erreichen?
Mario Reiter: Für mich ändern sich die Ziele alle zwei, drei Jahre. Vor drei Jahren hätte ich mit Sicherheit das Nationalteam genannt. Voriges Jahr habe ich es geschafft einberufen zu werden. Ich werde aber weiter hart dafür arbeiten wieder einmal beim Team dabei sein zu dürfen, da es einfach eine große Ehre ist für Österreich zu spielen. Auf Klubebene ist das Ausland immer ein großes Ziel. Für mich ist die deutsche Bundesliga immer schon die interessanteste Liga gewesen und es würde ein großer Traum in Erfüllung gehen einmal den Sprung dorthin zu schaffen.
Du bist jemand, der nach jedem Spiel immer zu den Fans geht? Wie wichtig ist für dich die Unterstützung von der Tribüne?
Mario Reiter: Sehr wichtig! Wir haben uns in letzter Zeit in der Kabine immer wieder darüber unterhalten. Die Fans sind für uns als Spieler sehr wichtig. Man merkt auch im Vergleich zur vorigen Saison, dass die Unterstützung der Fans immer besser wird. Das nehmen wir auch als Mannschaft auf und versuchen dies auch zurückzugeben. Es ist selbstverständlich, dass wir nach dem Spiel zu den Fans gehen und uns für die Unterstützung bedanken. Gerade nach so einer Niederlage wie in Graz ist es sehr positiv, dass wir das Gefühl haben, dass die Fans auch beim nächsten Spiel wieder hinter uns stehen werden und für uns da sind.
Du kommst aus Ernsthofen in Oberösterreich. Seit deinem Wechsel zum SC Wr. Neustadt lebst du im Großraum Wien. Fehlt dir deine Heimat?
Mario Reiter: Ich muss ehrlich gestehen, dass mir das erste Jahr doch sehr schwer gefallen ist, bis ich mich so richtig zu Recht gefunden habe. Ich habe das erste halbe Jahr in Baden gewohnt und bin dann nach Wien gezogen. Mir ist meine Familie sehr wichtig und das ist natürlich eine Umstellung wenn du dann etwas weiter weg wohnst. Als Fußballprofi muss man damit aber einfach umgehen lernen, da die Möglichkeiten seinen Beruf auszuüben einfach begrenzt sind. Es ist jedoch auch so, dass ich in 1 ½ Stunden zu Hause bin somit ist es nicht ganz so schlimm. Hin und wieder haben wir ja auch ein freies Wochenende, wo ich dann gerne zu meiner Familie nach Oberösterreich fahre. Mittlerweile ist aber auch die Umgebung Wien und Wr. Neustadt für mich auch sehr ansprechend geworden und ich kann mir durchaus vorstellen, hier noch das ein oder andere Jahr zu verbringen.
Das letzte Spiel gegen die Austria im Wiener Neustädter Stadion haben die Blau-Weißen 4:2 gewonnen. Die Admira hat vorgezeigt, dass Barazite, Junuzovic & Co nicht unschlagbar sind? Wie kann man die Gäste vom Verteilerkreis knacken?
Mario Reiter: Vorab muss man mal sagen, dass es in Wr. Neustadt für keinen Verein einfach ist zu gewinnen. Es ist weder Salzburg noch die Austria im Vorjahr gekommen und hat sich leicht getan. Das wichtigste ist für uns, dass wir selbst an uns glauben. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine schlagkräftige Truppe sind. Wir brauchen uns nicht verstecken und können uns ruhig einen Sieg zutrauen.
Vielen Dank für das Gespräch!

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