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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Im Talk mit Günter Friesenbichler!

k.A.

Du bist seit knapp fünf Monaten beim SC Wr. Neustadt. Wie hast du dich bei deinem neuen Verein eingelebt?

Günter Friesenbichler: Mittlerweile habe ich mich sehr gut eingelebt. Ich bin zwar durch meine Verletzung etwas zurückgeworfen worden, aber die Mannschaft hat mich vom ersten Tag an sehr gut aufgenommen und es gefällt mir sehr gut hier. Ich hoffe, dass ich die in mich gesetzten Erwartungen in Zukunft erfüllen kann.

Durch deinen neuen Arbeitgeber musstest du ja auch mit deiner Familie den Wohnort wechseln. Wo hat es dich hin verschlagen?

Günter Friesenbichler: Mich hat es in die Nähe von Eisenstadt verschlagen. Ich habe in Schützen am Gebirge ein kleines, feines Einfamilienhaus mit Garten gemietet. Das ist perfekt für meine Frau, meine Tochter und die Hunde. Die Lage ist für mich sehr gut, da ich nicht allzu lange in das Landessportzentrum nach Steinbrunn fahre und auch so fühle ich mich dort sehr wohl.

Nun zu den sportlichen Fakten. In den ersten vier Runden der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile konntest du dich in der Startformation beweisen. Wie bist du mit deiner Leistung in diesen vier Spielen zufrieden gewesen?

Günter Friesenbichler: Teils teils. Ich denke, dass unser Offensivspiel generell besser werden muss. In den letzten Runden konnten wir uns in diesem Bereich zwar schon etwas verbessern, aber hier haben wir sicherlich noch Potential nach oben. In den letzten Wochen musste ich ja unsere Spiele von außen, aus einer anderen Perspektive betrachten. Wir konnten uns in der Offensive in den letzten Wochen klar steigern. Zu Beginn der Saison ist es uns viel zu selten gelungen, gefährlich vor das Tor zu kommen. In den letzten Spielen haben wir uns immer wieder gute Torchancen herausgespielt. Dies ist uns in den ersten Spielen nicht gelungen. Ich hoffe, dass dies nicht alleine an mir gelegen ist. Ich konnte leider meine Qualitäten in den ersten vier Runden nicht wirklich ausspielen. Ich hoffe, dass wenn ich jetzt wieder in die Mannschaft zurückkomme, wir mehr Bälle in den Strafraum bringen, damit ich meine Gefährlichkeit dann ausspielen kann.

Dann hast du dir im Training einen dreifachen Bänderriss zugezogen. Eine Operation und acht Wochen Pause waren die Folge. Am Sonntag warst du erstmals gegen den SVg Pitten im Einsatz. Wie bist du mit deinem Comeback zufrieden?

Günter Friesenbichler: Der Gegner war für meinen Aufbau perfekt. Es ist nach einer Verletzung einfach sehr wichtig, wieder Fuß zu fassen und da fällt es dann etwas leichter, wenn man hier gegen einen etwas schwächeren Gegner wieder einsteigt. Vom Fuß her und der medizinischen Seite ist es mir sehr gut gegangen. Es wird natürlich noch einige Zeit dauern bis ich sagen kann, dass ich wieder zu 100% der Alte bin, aber rein vom Heilungsverlauf bin ich sehr zufrieden, da ich diese Verletzung ja schon einmal hatte. So gesehen hoffe ich, dass alles weiterhin ohne Komplikationen verläuft und ich möglichst rasch wieder zum Einsatz in der Bundesliga komme.

Am kommenden Samstag geht es nach Hütteldorf gegen die Grün-Weißen. Nach der Niederlage gegen den SV Mattersburg würde dem SC ein Punktegewinn sehr gut tun. Wie stehen aus deiner Sicht die Chancen?

Günter Friesenbichler: Aus meiner Sicht können wir im Hanappistadion nur überraschen. Rapid ist auch nicht perfekt in die Saison gestartet und kämpft nach wie vor mit Problemen. Gerade das muss für uns ein Ansporn sein etwas aus Hütteldorf mitzunehmen. Wir haben eigentlich am Samstag nichts zu verlieren. Es traut uns wohl kaum einer zu, dass wir gegen Rapid Punkte holen können. Das könnte aber für uns ein Vorteil sein. Mit vollem Einsatz, voller Kampfbereitschaft und einem glücklichen Spielverlauf denke ich schon, dass wir auch aus Hütteldorf Punkte mitnehmen können.

Wie stehen deine Chancen am Samstag die Reise zum SK Rapid im Mannschaftsbus antreten zu können?

Günter Friesenbichler: Seit einer Woche trainiere ich mit der Mannschaft voll mit und habe am Sonntag den Test gegen Pitten soweit positiv absolviert. Ob es dann schon für eine Nominierung in den Kader reicht, obliegt natürlich dem Trainer. Er muss anhand meiner Trainingsleistungen entscheiden, ob ich für ihn schon einsatzbereit bin oder nicht. Ich für meinen Teil fühle mich soweit schon sehr gut, obwohl es natürlich noch nicht zu 100% so ist, wie vor der Verletzung. Das ist aber klar und wird auch noch ein wenig dauern. Ich stehe aber im Mannschaftstraining und sofern mich der Trainer braucht, stehe ich ihm natürlich mit vollem Einsatz zur Verfügung.

Du bist ja einer der routinierten Spieler im Kader der Blau-Weissen. Wie bist du mit der Entwicklung der Mannschaft in den letzten Monaten zufrieden?

Günter Friesenbichler: Ich denke schon, dass die Entwicklung der Mannschaft zu sehen ist. Leider konnte ich in den letzten Wochen beim Training nicht teilnehmen, aber in den Gesprächen mit anderen routinierten Spielern kommt klar heraus, dass die Mannschaft laufend Fortschritte macht und die Qualität steigt. Auch in den Spielen, die ich von außen betrachtet habe, war zu erkennen, dass hier die Formkurve nach oben zeigt. Im Sommer war ein großer Umbruch und es sind sehr viele neue Spieler gekommen. Es wird aber von Spiel zu Spiel besser und ich bin mit der Entwicklung schon sehr zufrieden.

In deiner Karriere als Profifußballer hast du ja schon einige Stationen im In- und Ausland absolviert. Was sind deine persönlichen Ziele in den nächsten Jahren?

Günter Friesenbichler: Das kurzfristige Ziel ist auf jeden Fall den Klassenerhalt mit dem SC Wr. Neustadt zu schaffen. Das muss unser aller Ziel sein, dem sich jeder einzelne auch unterordnen muss. Persönliche Ziele sind kurzfristig nicht so wichtig. Es geht im Fußball immer um den Erfolg der Mannschaft und nicht um den Erfolg jedes einzelnen. Wenn wir unser gemeinsames Ziel schaffen, wäre es natürlich schön, weiterhin in Wr. Neustadt Fußball zu spielen und noch einige Jahre den schönsten Beruf auszuüben, den es für mich gibt. Ich hoffe, dass uns die Fans weiterhin zahlreich im Stadion unterstützen. Es ist für uns als Spieler sehr wichtig, dass wir die Unterstützung der Fans haben. Klar wird es auch aufgrund der vielen Neuzugänge im Sommer nicht immer so laufen wie wir uns das wünschen, aber trotzdem hoffe ich, dass die Fans weiterhin hinter uns stehen und uns auch in schwierigen Zeiten beistehen.

Vielen Dank für das Gespräch!