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Mittwoch, 21. September 2011

Im Talk mit Andreas Schicker!

k.A.

Drei Tage vor dem Heimspiel gegen die SV Josko Ried hat sich die Homepageredaktion mit dem ehemaligen Ried-Spieler in den Reihen der Blau-Weissen, Andreas Schicker, unterhalten.

Andi, du bist im Sommer 2010 vom FC Trenkwalder Admira zum SC Wr. Neustadt gewechselt. Wie gefällt es dir in Wr. Neustadt?

Andreas Schicker: Mir gefällt es sehr gut in Wr. Neustadt. Ich bin vorigen Sommer von der 2. Liga in die Bundesliga nach Wr. Neustadt gewechselt. Das war für mich ein wichtiger Schritt. Mir ist es gelungen, mich als Stammspieler durchzusetzen und fast alle Spiele der Blau-Weissen zu bestreiten. Heuer hat sich die Situation geändert und ist auch schwieriger als im Vorjahr. Für mich persönlich ist es aber eine neue Herausforderung, meine Qualitäten als Führungsspieler in einer jungen Mannschaft weiterzuentwickeln.

Insgesamt hast du bereits 40 Spiele für die Blau-Weissen in der Startformation bestritten. Du bist also eine der Konstanten in der Mannschaft und eine wichtige Stütze in der Defensive. Wie bist du mit dieser Rolle zufrieden?

Andreas Schicker: Ich bin mit dieser Rolle sehr zufrieden. Es geht in erster Linie immer darum, möglichst viele Spiele zu bestreiten, da man sich dabei am meisten weiterentwickeln kann. Klar ist das tägliche Training die Grundlage, aber Spielpraxis ist einfach das Wichtigste. In den letzten eineinhalb Jahren habe ich bewiesen, dass ich zu den Stammspielern in Wr. Neustadt gehöre. Das möchte ich natürlich auch in der laufenden Saison bestätigen.

In deiner Zeit als Profispieler warst du schon für die SV Josko Ried und den FC Trenkwalder Admira tätig. Was unterscheidet die Clubs voneinander?

Andreas Schicker: Jeder Verein hat so seine Eigenheiten. Mit Ried bin ich in die Bundesliga aufgestiegen und habe dann noch ein Jahr in der obersten Spielklasse für die Innviertler gespielt. Ried ist eine relativ kleine Stadt und der Verein wird sehr familiär geführt. Wenn du da am Nachmittag mit einem Spielerkollegen auf einen Kaffee gehst, triffst du, ohne es vorher vereinbart zu haben, wahrscheinlich noch sechs andere Spieler. Das ist halt dann schon ganz ein eigenes Zusammengehörigkeitsgefühl in der Mannschaft, aber auch mit den Fans. Bei der Admira ist es durch die Wien-Nähe ganz anders gewesen. Da verliert man sich halt in seiner Freizeit mehr aus den Augen. Bei Wr. Neustadt wohnen zwar auch fast alle Spieler in Wien, aber wir unternehmen sehr oft etwas gemeinsam. Die Zusammengehörigkeit ist gerade in einer Saison wie dieser ein wichtiger Faktor. Auch die Zuschauer beim SC werden immer aktiver und unterstützen uns bei den Heim- und auch bei den Auswärtsspielen. Ich denke, dass der Verein auf einem guten Weg ist.

Du hast schon einiges erlebt als Spitzensportler. Was möchtest du in deiner aktiven Karriere noch erreichen?

Andreas Schicker: Den Sprung ins Ausland zu schaffen wäre natürlich ein Traum von mir. Da kann ich mir sehr gut die 2. deutsche Bundesliga vorstellen. Wesentlich ist aber, dass ich verletzungsfrei bleibe und gute Leistungen bringe. Mit meinen 25 Jahren habe ich mit Sicherheit noch einige Möglichkeiten mich weiterzuentwickeln und interessante Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Wir werden sehen, wie meine Karriere weiter verläuft. Ein großes Ziel ist auch das Nationalteam. Da ist es aber auf meiner Position im Moment eher unrealistisch, dass ich eine Einberufung erhalte.

Am Spielfeld wirkst du immer sehr ausgeglichen und meistens entspannt. Woher schöpfst du diese Ruhe für den doch oft sehr emotionalen und hektischen Profisport?

Andreas Schicker: Ich bin ein sehr ausgeglichener Mensch und versuche in den hektischen Situationen Ruhe zu bewahren. Für mich ist es sehr wichtig in meiner Freizeit abzuschalten und Kraft zu tanken. Dies gelingt mir bei meinem Hobby - dem Fischen - am besten. Es ist sehr wichtig einen Gegenpol zum hektischen Profisport zu haben. Du musst in den 90 Minuten am Spielfeld deine bestmögliche Leistung abrufen. Dafür ist es notwendig, sich abseits des Fußballs zu neutralisieren und Kraft für die nächsten Herausforderungen zu schöpfen.

Am Samstag ist die SV Josko Ried zu Gast im Stadion Wr. Neustadt. Wie stehen die Chancen aus deiner Sicht gegen die Wikinger zu punkten?

Andreas Schicker: Naja, mit Ried ist das so eine Sache. Im Vorjahr haben wir leider gegen die Innviertler keine guten Leistungen erbracht. Ich glaube, dass die Situation aber heuer eine ganz andere ist. Bei beiden Mannschaften hat sich im Sommer einiges verändert und somit sind die Karten neu gemischt. Ich glaube, dass Ried nicht so viel besser ist als wir. Für uns ist es wichtig, dass wir nach vorne spielen, um die Defensive zu entlasten. In diesem Bereich läuft es leider aber noch nicht ganz so gut, wie wir uns das vorstellen. Im Offensivspiel sind aber nicht nur die Stürmer und Mittelfeldspieler gefragt, sondern genauso auch ich als Außenverteidiger. Wir haben uns bei unseren Heimspielen in dieser Saison bis dato ganz gut verkauft und somit glaube ich, dass am Samstag ein Punktezuwachs absolut möglich ist.

Acht Runden der diesjährigen Meisterschaft sind bereits absolviert. Wie bist du mit der Leistung des SCWN bis dato zufrieden?

Andreas Schicker: Es war für uns sehr wichtig, dass wir gleich im ersten Spiel gegen Mattersburg drei Punkte gemacht haben. Auch gegen Kapfenberg ist es uns gelungen drei Punkte einzufahren. Die Punkte zu Hause gegen Innsbruck und die Austria waren auch sehr wichtig und bestätigen unsere Entwicklung. Auswärts gegen die Admira, Sturm Graz und auch Salzburg haben wir uns leider nicht gut verkauft und mussten klare Niederlagen hinnehmen. Alles in allem sind wir aber auf einem guten Weg, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Klar müssen wir täglich weiter an uns arbeiten, aber ich denke, dass wir Potential in der Truppe haben. Es fehlt uns leider ein wenig die Konstanz, aber diese wird mit Sicherheit noch kommen.

Was liegt dir persönlich noch am Herzen, den Fans der Blau-Weissen mitzuteilen?

Andreas Schicker: Ich möchte mich an dieser Stelle wirklich auch einmal bei den Fans bedanken. Es herrscht bei den Heimspielen immer eine super Stimmung und auch bei den Auswärtsspielen finden sich immer mehr Leute, die uns unterstützen. Gerade bei so bitteren Niederlagen wie bei der Admira oder in Graz ist das nicht selbstverständlich. Ich hoffe, dass die Fans weiterhin so viel Geduld mit uns haben und wir ihnen mit guten Leistungen etwas zurückgeben können.

Vielen Dank für das Gespräch!