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Montag, 21. November 2011

Die Analyse zum Spiel „SCWN – SK Sturm Graz“

k.A.

Peter Stöger nahm nach dem sensationellen 3:1 Heimerfolg der Blau-Weissen gegen den amtierenden Meister SK Puntigamer Sturm Graz am vergangenen Samstag Stellung zur Leistung seiner Mannschaft.

Über 90 Minuten hatte am Samstag deine Mannschaft den amtierenden Meister fest im Griff. Wie ist diese starke Leistung deines Teams zu erklären?

Peter Stöger: Wir haben uns vor dem Spiel vorgenommen, die Grazer im Spielaufbau frühzeitig zu stören und zu Fehlern zu zwingen. Je näher die Mannschaft von Franco Foda vor das gegnerische Tor kommt, umso gefährlicher wird sie. Deshalb haben wir versucht möglichst früh zu stören und sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Die Idee war, nach dem Ballgewinn schnell umzuschalten und gefährliche Pässe in die Tiefe zu spielen, um den Schnelligkeitsmangel ihrer Innenverteidiger auszunutzen. Das ist uns das eine oder andere Mal sehr gut gelungen. Wesentlich war aber auch, dass wir unsere Chancen diesmal eiskalt genutzt haben, um Tore zu erzielen.

Zum ersten Mal in dieser Saison hast du mit zwei echten Stürmern und einem offensiven Mittelfeldspieler begonnen. Mit Serkan Ciftci und Günter Friesenbichler haben beide Stürmer auch ein Tor zum Ergebnis beigesteuert. Was waren deine Beweggründe für die Systemumstellung ?

Peter Stöger: Wir wollten von Beginn an nach vorne spielen und uns nicht hinten hineindrängen lassen. Es war auch ein Zeichen an die Mannschaft, dass wir es ihnen läuferisch und spielerisch zutrauen, so offensiv gegen den amtierenden Meister zu spielen. Natürlich ist es sehr schön, wenn die Strategie so aufgeht. Die Mischung hat einfach perfekt gepasst! Vor allem aber auch deshalb, weil die Mannschaft läuferisch und kämpferisch alles perfekt umgesetzt hat. Ich muss hier wirklich der gesamten Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Die Leistung war sehr gut!

Durch den Ausfall von Mario Reiter agierte Daniel Wolf neben Michael Stanislaw im zentralen Mittelfeld und steuerte die entscheidenden Pässe zu den ersten beiden Treffern bei. Wie bist du mit der Entwicklung von Daniel in den letzten Wochen zufrieden?

Peter Stöger: Ich bin mit der Entwicklung von Daniel sehr zufrieden. Er hat im körperlichen Bereich stark zugelegt und ist läuferisch sehr gut drauf. Dass er solche Pässe spielen kann, haben wir schon vorher gewusst. Das ist ja auch der Grund, warum wir ihn im Sommer geholt haben. Jetzt ist er körperlich so weit, dass er uns mit seinen spielerischen Möglichkeiten helfen kann. Daniel ist aber aus meiner Sicht noch nicht an seinem Zenit angelangt. Er hat noch einiges an Potential und ist auf dem richtigen Weg dieses auch voll auszuschöpfen.

Auch Tomas Simkovic zeigte am Samstag seine Qualität und setzte die Sturm-Abwehr immer wieder unter Druck. Ist der Kapitän nach seinem Tor und der Vorlage zum 3:0 wieder der Alte?

Peter Stöger: Für Tomas gilt eigentlich dasselbe wie für Daniel. Er hat am Samstag sehr gut gespielt, aber da ist noch Luft nach oben. Es tut uns - aber vor allem auch ihm selbst - sehr gut, wenn wir Simko so sehen, wie am Samstag. Er hat in den vergangenen zwei Wochen voll trainiert und körperlich wieder zugelegt. Ein Simko in guter Form ist für unser Spiel eine Bereicherung. Ich hoffe, dass er in den nächsten Spielen bis zur Winterpause diese Form beibehalten kann. Man sieht, wie er in den letzten Wochen darunter gelitten hat, dass ihm wenig gelungen ist. Dies war aber auf seine körperliche Fitness zurückzuführen, da er im Herbst immer wieder Trainingseinheiten auslassen musste.

In der Offensive kamen die Grazer am Samstag kaum zu Chancen. Lag das an der guten Defensivarbeit der Blau-Weissen oder haben die Blackies aus Graz ein Offensivproblem?

Peter Stöger: Ich bin der Meinung, dass dies sehr wohl mit unserer guten Defensivarbeit zu tun hatte. Wir lassen in den letzten Spielen kaum Chancen unserer Gegner zu. Da hatten wir zu Beginn der Meisterschaft wesentlich mehr Probleme. Mit Michael Madl und Christian Ramsebner haben wir im Zentrum an Stabilität gewonnen. Das Werkl funktioniert im Moment sehr gut und die Mechanismen, die wir konsequent trainieren, beginnen zu greifen. Wie gesagt bin ich der Ansicht, dass wir den Grazern das Leben schwer gemacht haben und sie dadurch kaum zu Chancen gekommen sind. Es läuft aber bei Sturm in der Offensive derzeit halt auch nicht alles so reibungslos, wie in der vergangenen Saison.

Am Wochenende geht es nun zur Austria in die Generali-Arena. Wie stehen die Chancen, die nächste Serie zu brechen?

Peter Stöger: Am Samstag erwartet uns ein ganz schwieriges Spiel. Einerseits, weil wir am Wochenende gezeigt haben, dass wir den amtierenden Meister schlagen können und uns die Austria aus diesem Grund nicht unterschätzen wird. Auf der anderen Seite ist die Austria im Moment in der Offensive sicherlich die spielstärkste Mannschaft der Liga. Die Spielanlage wird jedoch mit Sicherheit eine ganz andere sein wie gegen Sturm Graz. Wir werden uns aber intensiv auf diese Herausforderung vorbereiten, um vielleicht ähnlich wie gegen Rapid auch auswärts gegen die Austria einen Punkt zu holen. Wir sind jedoch in diesem Spiel sicherlich der klare Außenseiter.

Vielen Dank für das Gespräch!