Montag, 19. September 2011
Die Analyse zum Spiel „FC Salzburg – SCWN"
Am Sonntag bei intensivem Regen im Stadion Wals Siezenheim, traf der SC Wr. Neustadt auf die roten Bullen aus Salzburg. Die Jungs von Peter Stöger hatten sich nach dem Punktegewinn gegen die Wiener Austria auch gegen die Mozartstädter ihre Chancen ausgerechnet. Daraus wurde an diesem Nachmittag leider nichts und die Blau-Weissen fuhren nach 90 Minuten mit 0:3 im Gepäck nach Hause. Peter Stöger analysierte die Leistung seiner jungen Truppe.
Eine klare Niederlage gegen den FC Red Bull Salzburg am Sonntagnachmittag. Wie beurteilst du die Leistung deiner Mannschaft in diesem Spiel?
Peter Stöger: Wir waren ganz einfach überfordert. Es ist absolut möglich, dass du in Salzburg verlierst oder auch mit 3:0 verlierst. Ich finde es nur sehr schade, dass wir nach dem 1:0 keinen Mut gefunden haben uns etwas zuzutrauen. Gerade gegen Mannschaften wie eben auch Red Bull musst du mehr Vertrauen in deine eigenen Stärken haben, um mitspielen zu können. Da geht es gar nicht darum zu gewinnen, sondern darum in einzelnen Aktionen die eigene Qualität zu zeigen. Das haben wir jedoch gestern nicht geschafft und somit ist der Sieg für Red Bull klar und verdient ausgefallen.
Neben Tomas Simkovic fehlte auch Michael Madl mit muskulären Problemen. Wie sehr fehlten die beiden Leistungsträger dem SC?
Peter Stöger: Das hat für mich persönlich nicht so eine große Relevanz. Ich kann auch in Bestbesetzung in Salzburg mit 3:0 verlieren, das haben auch schon andere Mannschaften als Wr. Neustadt zur Kenntnis nehmen müssen. Es geht darum, wie sich jene, die am Platz stehen, präsentieren. Die Spieler, die das Vertrauen bekommen, sich in Salzburg zu beweisen, müssen sich etwas zutrauen. Wir haben leider gestern von den Dingen, die wir uns vor allem in der Offensive vorgenommen haben, nichts umgesetzt. Das ist für mich enttäuschend. Ich werde aber nicht raunzen, dass mir der eine oder andere Spieler gefehlt hat. Ein Spieler ist verletzt und somit bekommt ein anderer eine Chance. Das ist ganz normal und gehört im Fußball auch dazu.
Matthias Maak und Serkan Ciftci erhielten gegen Salzburg erstmals die Chance sich in der Startelf zu beweisen. Wie haben sich die beiden aus deiner Sicht präsentiert?
Peter Stöger: Sie haben beide zwar das erste Mal gespielt, aber wir haben auch viele andere junge Spieler, die nicht bedeutend mehr Spiele in der Bundesliga bestritten haben. Bei Matthias war es sicherlich so, dass er mehr zu tun hatte, da natürlich die Offensivabteilung von Salzburg eine gewisse Qualität mit sich bringt. Er hat sich in seinem Bereich bemüht. Bei Serkan hätte ich mir mehr erwartet. Aufgrund seiner Schnelligkeit wollten wir Salzburg das eine oder andere Mal unter Druck setzen. Dies hat leider nicht funktioniert. Symptomatisch war eine Aktion in der zweiten Hälfte. Serkan hatte die Möglichkeit sich gegen Pasanen in einem Laufduell durchzusetzen. Er hat gezögert und nicht an seine Fähigkeiten geglaubt, da war mir klar, dass es heute nicht sein Tag ist. Aus diesem Grund haben wir dann auch Edin Salkic und Daniel Wolf ins Spiel gebracht.
Leider gehen die Medien mit den Leistungen des SC Wr. Neustadt immer sehr hart ins Gericht, obwohl du gestern wieder mit lauter Österreichern in den Kampf gezogen bist und der Altersdurchschnitt bei 23,5 Jahren gelegen ist. Wie stehst du zu diesen kritischen Stimmen?
Peter Stöger: Wir wurden schon vor Beginn der Saison als Fixabsteiger gehandelt. Das wird dann halt immer wieder thematisiert, wenn die Leistung nicht gepasst hat und wir verlieren. Im Moment haben wir relativ starke Schwankungen. Entweder überraschen wir und alle sprechen von einer Sensation, so wie eben in der Vorwoche gegen die Austria oder wir verlieren aufgrund schwacher Leistung ein Spiel gegen Salzburg oder Sturm Graz eindeutig, dann heißt es wieder, es ist klar, dass wir absteigen. Mit dieser Situation müssen Spieler, Betreuer und auch der Verein umgehen lernen. Klar ist jedoch, dass wir mit vier Punkten vor Mattersburg und Kapfenberg liegen. Diese beiden Mannschaften werden aber offensichtlich kaum mit dem Thema Abstieg konfrontiert. Egal. Wenn wir uns aber so ängstlich wie gestern in Salzburg präsentieren, werden wir es schwer haben, aber daran gilt es einfach täglich zu arbeiten.
Als Abschluss des ersten Viertels der Meisterschaft geht es gegen den vorjährigen Angstgegner Ried. Wie schätzt du die Chancen für den ersten Heimsieg der Blau-Weissen ein?
Peter Stöger: Die Chance lebt bei uns jede Woche. Wir haben im Moment die Schwierigkeit konstante Leistungen zu erbringen. Wenn wir das abrufen und umsetzen, woran wir die ganze Woche arbeiten, dann werden wir gegen Ried Chancen haben, das Spiel zu gewinnen. Gelingt uns das nicht, wird es schwierig werden. Unsere Leistungen in den vergangenen Wochen sind geprägt von Höhen und Tiefen. Wir müssen einfach an Stabilität gewinnen, das ist uns bis dato noch nicht gelungen. Ried hat in den letzten vier Runden drei Mal gewonnen und einmal unentschieden gespielt. Wir müssen kompakt auftreten und couragiert zur Sache gehen, dann besteht die Chance weitere Punkte zu machen. Mit dem Vorjahr hat das alles aus meiner Sicht nichts zu tun. Es hat sich im Sommer bei beiden Mannschaften viel verändert.
Vielen Dank für das Gespräch!

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