Dienstag, 08. November 2011
Die Analyse zum NÖ-Derby von Tormanntrainer Günter Kreissl
Nach dem NÖ-Derby analysierte Tormanntrainer Günter Kreissl das Spiel vom vergangenen Samstag gegen den FC Trenkwalder Admira.
Im zweiten NÖ-Derby dieser Saison trennten sich die beiden Mannschaften nach 90 Minuten mit einem torlosen 0:0. Spielerisch blieben beide Teams hinter den Erwartungen zurück. Wie ist die Leistung der Blau-Weissen aus deiner Sicht zu beurteilen?
Günter Kreissl: Wir haben uns sehr viel für dieses Spiel vorgenommen, da wir ja auch noch eine offene Rechnung aus dem ersten Aufeinandertreffen hatten. Für mich war es in der ersten Hälfte ein ziemlich ausgeglichenes Spiel mit den besseren Chancen auf unserer Seite durch Tomas Simkovic und Christian Ramsebner. In der zweiten Hälfte hatte die Admira ein Übergewicht im Spiel und kam auch zu den besseren Möglichkeiten. Wir hatten in den zweiten 45 Minuten nur durch den Kopfball von Christian Ramsebner eine wirklich gute Torchance. Im Endeffekt ein 0:0, wo wir gegen Ende des Spieles auch noch ein wenig Glück benötigt haben, um den einen Punkt mitnehmen zu können. Die Leistung gesamt würde ich soweit als in Ordnung bezeichnen, sie war jedoch weder sonderlich gut, noch sonderlich schlecht.
Im Vergleich zu den letzten Spielen agierte diesmal Serkan Ciftci als Solospitze. Direkt dahinter spielte Daniel Wolf als offensiver Mittelfeldspieler. Was waren die Beweggründe für diese Veränderung im Spielsystem, beziehungsweise wie war das Trainerteam mit der Umsetzung zufrieden?
Günter Kreissl: Serkan Ciftci ist ein Spieler, bei dem wir immer auf seine Schnelligkeit setzen, da er ein sehr schneller, dynamischer Spieler ist. Die Hoffnung ist, wenn er auf Innenverteidiger wie Dibon und Windbichler trifft, die zwar sehr gut sind, aber deren Stärken nicht absolut in der Schnelligkeit liegen, dass man sich hier Vorteile verschaffen kann, um zu Chancen zu kommen. Dies hat in der Umsetzung leider diesmal nicht so funktioniert, wie wir uns das erwartet hätten, aber du hast halt im Vorhinein keine Garantie. Wir versuchen als Trainerteam die vermeintlichen Schwachstellen unserer Gegner auszunutzen. In diesem Fall wollten wir einen ganz schnellen Spieler vorne hinstellen und dahinter einen Kreativspieler platzieren, der auch in der Lage ist, dementsprechende Bälle in die Tiefe zu spielen beziehungsweise selbst aus der zweiten Reihe zum Abschluss kommen kann. Soweit die Theorie, in der Umsetzung hat das diesmal leider nicht so funktioniert, wie wir uns das alle vorgestellt haben.
Die Innenverteidigung mit Michael Madl und Christian Ramsebner, sowie auch U21 Teamtorhüter Jörg Siebenhandl hatten in der zweiten Halbzeit wesentlich mehr zu tun als zu Beginn des Spieles. An sich strahlte die Defensivabteilung des SC Ruhe und Sicherheit aus. Wie bist du mit der Defensivleistung unserer Mannschaft zufrieden?
Günter Kreissl: Für mich einmal von ganz hinten beginnend ist es momentan so, dass ich ein sehr gutes Gefühl habe. Gerade bei der Innenverteidigung. Michael Madl spielt seit längerem in einer sehr guten Form und ist sehr wichtig für unser Defensivspiel. Christian Ramsebner ist seitdem er nach seiner Verletzung wieder zurück ist, ein Spieler, der uns durch seine Zweikampfstärke und mittlerweile auch seiner Erfahrung, zusätzlich mehr Stabilität verleiht. In Kombination mit Jörg Siebenhandl, der am Samstag aus meiner Sicht ein sehr gutes Spiel gemacht hat, haben die drei für mich einen wesentlichen Anteil daran, dass wir zu null spielen konnten und nur wenige Chancen zugelassen haben. Wenn man die letzten Spiele und die Anzahl der Gegentore betrachtet, ist klar zu erkennen, dass wir uns in der Defensive im Vergleich zum ersten Viertel der Meisterschaft wesentlich verbessert haben. Dies ist jedoch nicht nur an drei Spielern festzumachen, sondern an der Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. Es versuchen alle Spieler, egal ob die zentralen Mittelfeldspieler (Reiter und Stanislaw), die Außenbahnspieler, sowie aber auch die Stürmer ihren Beitrag für die Defensive zu leisten und dies wirkt sich dann positiv auf unsere Ergebnisse aus.
Jetzt steht die Länderspielpause mit zwei Wochen keinem Pflichtspiel am Programm. Jörg Siebenhandl ist der einzige, der aller Voraussicht am Donnerstag im eigenen Stadion gegen das U21-Team der Bulgaren ein Spiel bestreiten wird. Wie wird sich die Pause für den Rest des Kaders gestalten?
Günter Kreissl: Ich glaube, dass vordergründig zwei Dinge wichtig sind: Einerseits, dass man versucht noch einmal intensiv und gut zu arbeiten, da wir ja auf kein Spiel Rücksicht nehmen müssen. Wir werden sicher diese Woche beginnen sehr intensiv zu arbeiten. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den Burschen einmal eine Pause zu geben. Die Saison ist sehr lang, vor allem auch im Vergleich zum Frühjahr spielen wir um einen guten Monat länger. Das heißt, wir haben noch sechs Wochen vor uns mit fünf wichtigen Spielen. Deshalb ist die Belastung sehr wichtig, sowie auch das freie Wochenende, da wir in den letzten Monaten keine Zeitphasen hatten, um einmal zwei Tage zu pausieren. Ich denke, dass diese Kombination der Mannschaft den nötigen Schub geben wird, um in den verbleibenden fünf Spielen noch einmal richtig Gas zu geben.
In zwei Wochen kommt der amtierende Meister SK Puntigamer Sturm Graz zu Gast nach Wr. Neustadt. Am Sonntag konnten die Grazer das Steirer-Derby in letzter Minute noch mit 1:0 gewinnen. Wie schätzt du die Chancen der Blau-Weissen ein auch gegen die Blackies zu punkten?
Günter Kreissl: Ich bin ja ein Freund der Statistik, deshalb ist mir natürlich auch nicht entgangen, dass wir gegen Sturm Graz noch nicht allzu viele Punkte mitnehmen konnten. Mehr als das eine oder andere X war bis dato leider nicht drinnen. In Wahrheit bin ich seit langem immer sehr zuversichtlich, dass diese Serie irgendwann einmal ein Ende finden muss. Ein ähnliches Gefühl habe ich auch heute für das Spiel in zwei Wochen. Ich möchte die Leistung der Grazer nicht schmälern, aber sie befinden sich im Moment sicherlich in keiner Überform. Sie müssen derzeit sehr hart für ihre Punkte arbeiten, wie man auch gestern im Spiel gegen Kapfenberg gesehen hat. Kombiniert mit dem, dass wir noch nie gegen Sturm gewinnen konnten und ich das Gefühl habe, dass wir uns spielerisch stetig weiter entwickeln, denke ich, dass dies keine schlechten Voraussetzungen sind. Wir haben zwar keine sprunghafte Leistungsexplosion, aber wir haben in den letzten Wochen sehr gute Leistungen gebracht. Die letzten vier Spiele von uns sind aus meiner Sicht zwischen in Ordnung bis gut zu bewerten und deshalb blicke ich aufgrund der genannten Faktoren mit Selbstbewusstsein und Zuversicht dem Spiel gegen Sturm Graz entgegen.
Vielen Dank für das Gespräch!






















































