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Dienstag, 30. August 2011

Analyse zum Spiel „Sturm Graz gegen SC WN“

k.A.

Am vergangenen Samstag mussten die Blau-Weissen die bis dato höchste Niederlage der aktuellen Saison hinnehmen. Die Leistung der jüngsten Mannschaft der Liga war in der ersten Hälfte sehr gut, doch schlussendlich erhielten die Jungs von Peter Stöger fünf Gegentreffer. Der Trainer zog vor dem heutigen Training um 10 Uhr in Steinbrunn Bilanz über die Leistung seiner Truppe.

0:5 Niederlage gegen den amtierenden Meister SK Puntigamer Sturm Graz. In den ersten 45 Minuten war der SC über lange Strecken die aktivere Mannschaft, konnte jedoch seine Chancen nicht nutzen. Auch nach dem Führungstreffer für die Grazer versteckte sich dein Team nicht und versuchte engagiert Möglichkeiten zu erarbeiten. In der zweiten Hälfte passierten einige Fehler im Defensivverhalten, die die Grazer eiskalt ausgenutzt haben. Wie siehst du die Leistung vom Samstag?

Peter Stöger: Für mich ist die Leistung zweigeteilt. Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Da hatten die Grazer nur eine gute Torchance. Wir hatten durch Edin Salkic eine 100%ige Möglichkeit gehabt, die wir leider nicht genutzt haben. Bis zum 0:1 waren wir absolut ebenbürtig und haben kaum etwas zugelassen. Beim Gegentreffer haben wir Fehler gemacht die du einfach nicht machen darfst. Das hat den Grazern geholfen um ins Spiel zu kommen, da auch die Leute zu dem Zeitpunkt schon etwas unzufrieden gewesen sind. Es wäre alles richtig gelaufen, aber du kannst gegen Sturm nur Punkte machen wenn du so wenig Fehler wie möglichst machst. Das ist uns beim 0:1 passiert und beim 0:2 haben wir es ihnen einfach zu leicht gemacht. Wenn dann auch noch beim dritten Gegentreffer Burgstaller auf der zweiten Stange ganz frei zum Abschluss kommt, ist klar, dass hier nicht alles richtig funktioniert hat. Dann kann es halt sein, dass eine junge Mannschaft in so einer Situation mehr falsch macht als richtig, und dann entsteht halt auch einmal ein 0:5. Ich habe aber in der ersten Halbzeit definitiv wieder einen Schritt nach vorne gesehen. Man muss natürlich das Ganze beurteilen und da ist ein 0:5 für den Verein, die Mannschaft und auch für das Trainerteam schon bitter. Es waren aber durchaus positive Situationen dabei auf die wir aufbauen können, und an den Fehlern gilt es einfach weiter zu arbeiten.

Die Mannschaft hat sich in der Offensive weiter gesteigert, jedoch fehlten die Tore. In der Defensive, die in den letzten beiden Spielen eine gewisse Sicherheit ausgestrahlt hat, sind am Samstag dann zu viele Fehler passiert!?

Peter Stöger: Ja! Bis zum 0:1 haben die Grazer eine Aktion herausgespielt. Es schaut halt dann immer so aus als wäre man komplett unorganisiert wenn der eine oder andere Spieler in der Formation einen individuellen Fehler macht. Das hat nicht unbedingt etwas mit dem Defensivverhalten zu tun. Das sind Fehler die einzelne Spieler halt machen, die man ihnen aber auch zugestehen muss. Wir haben nicht lauter erfahrene Spieler die Stresssituationen schon hundert Mal erlebt haben. Deswegen ist das für mich auch eine normale Geschichte. Ich finde aber, dass das Spiel nach vorne in der ersten Halbzeit vollkommen in Ordnung war. Das betrifft aber nicht nur die offensiven Spieler sondern wir haben auch sehr gut von hinten herausgespielt und nicht einfach nur die Bälle hoch nach vorne geschlagen. In dieser Phase habe ich zwischen der Mannschaft von Sturm, die in der Champions League Qualifikation gespielt hat und amtierender Meister ist, und meiner Truppe nicht viel Unterschied gesehen. Schlussendlich werden die Spiele im Fußball meist durch Fehler entschieden, und davon haben wir am Samstag einfach zu viele gemacht. Da hat das Eine in das Andere gegriffen, da wir schon im Zentrum die Ordnung verloren haben, und das darf einfach nicht passieren. Egal ob es 0:0, 0:1 oder 1:0 steht.

Bis zur nächsten Bundesliga-Runde sind nun zwei Wochen Pause. Wie wirst du gemeinsam mit deinem Betreuerteam diese Zeit nutzen um die Mannschaft weiterzuentwickeln?

Peter Stöger: Wir haben den Vorteil, dass uns der gesamte Kader bis auf Thomas Kral zur Verfügung steht. Es freut mich für Thomas sehr, dass er nachnominiert worden ist und vielleicht für die U21 Nationalmannschaft zum Einsatz kommt. Ansonsten haben wir die Möglichkeit auf der einen Seite im konditionellen Sektor etwas zu trainieren, was während der Saison immer schwierig ist, da man ja immer Rücksicht nehmen muss, dass die Mannschaft am Wochenende hundertprozentig fit ist. Auf der anderen Seite haben wir auch genügend Zeit uns auf das Spiel gegen die Austria vorzubereiten und ein paar Dinge einzustudieren mit denen wir der Austria gefährlich werden können.

Ein richtiges Testspiel wird es in der Länderspielpause keines geben. Am kommenden Dienstag werden die Profis wieder gegen die Amateure spielen. Welche Hintergründe hat diese Variante?

Peter Stöger: Wir haben uns dafür entschieden, eine sehr intensive Trainingswoche zu gestalten und auch die einzige Möglichkeit im Herbst zu nutzen, der Mannschaft einmal ein Wochenende freizugeben. Ich glaube dass dies trainingstechnisch eine sinnvolle Maßnahme ist. Wir werden auch schauen, dass unsere verletzten Spieler wieder retour kommen. Diese möchte ich aber nicht am Wochenende dann direkt in ein Spiel schicken, sondern sie beim Spiel gegen die Amateure am Dienstag wieder heranführen. Da wir erst am Sonntag gegen die Austria spielen, habe wir auch Zeit genug zur Regeneration.

Die Austria hat etwas überraschend zu Hause gegen den Aufsteiger aus der Südstadt mit 2:4 verloren. Wie stehen aus deiner Sicht die Chancen, dass auch dem SC eine Überraschung gegen die Violetten gelingen könnte?

Peter Stöger: Für mich ist der Sieg der Admira nicht so überraschend gekommen. Ich habe auch gesehen, dass auch Sturm Graz gegen uns phasenweise große Probleme gehabt hat. Die Liga ist relativ ausgeglichen. Admira hat einige Fehler von der Austria ausgenutzt, so wie auch Sturm unsere Fehler ausgenutzt hat. Deshalb ist das für mich nicht so eine große Überraschung. Wenn das Spiel startet ist es sehr schwierig eine Mannschaft von Haus aus so abzuschreiben, dass sie keine Punkte machen kann. Es bedarf entweder Fehler oder einer sehr, sehr guten Leistung, damit ein Spiel klar ausgeht. Wenn ich mir die Tabelle so anschaue, muss man sagen, dass wir nicht wirklich weit weg vom Ende sind, aber es fehlen uns auf den zweiten Platz nicht mehr Punkte, als die wir nach hinten Luft haben. Also wenn Rapid einen Punkt, die Austria drei Punkte mehr hat als wir und Mattersburg auch nur vier Punkte hinter uns ist, dann weiß ich auch, dass alles sehr eng beisammen liegt. Ich bin mir sicher, dass auch wir gegen einen der Großen drei Punkte machen können und darauf arbeiten wir hin. Klar ist das schwer, aber es war auch für die Admira schwer. Es wartet natürlich viel Arbeit auf uns, aber unmöglich ist es mit Sicherheit nicht.

Vielen Dank für das Gespräch!