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Dienstag, 06. Dezember 2011

Analyse zum Spiel „SCWN – FC Salzburg“

k.A.

Analyse zum Spiel „SCWN – FC Salzburg“

Am Sonntag erkämpften sich die Blau-Weissen gegen die Millionentruppe von Dietrich Mateschitz mit viel Herz und Leidenschaft einen Punkt. Cheftrainer Peter Stöger analysiert die Leistung seiner Jungs.

Peter, wie geht es deiner Mannschaft nach diesem intensiven Spiel gegen die roten Bullen?

Peter Stöger: Meinem Team geht es soweit gut, aber gestern waren alle sehr erledigt. Ich habe gestern Vormittag einen etwas müden Haufen vorgefunden, aber das ist auch klar, denn es war sehr viel Laufarbeit gegen die Salzburger notwendig. Wir haben körperlich alles gegeben. Man hat auch gesehen, dass in der zweiten Halbzeit ein gewisser Substanzverlust vorhanden war, aber wir sind schon sehr zufrieden und glücklich mit dem Punkt.

In der Offensive waren die Blau-Weissen nicht sehr oft gefährlich. Woran hat dies aus deiner Sicht gelegen?

Peter Stöger: Das liegt trotz allem an der Qualität der Salzburger. Es war uns bewusst, dass wir nur wenige Chancen vorfinden würden. Die Offensive ist aber auch jener Bereich, der am längsten braucht, um sich zu entwickeln. Es ist auch der schwierigste Teil im Fußballspiel, Chancen zu kreieren. Nichtsdestotrotz hatten wir in der ersten Halbzeit eine gute Möglichkeit bei einem Eckball und einen Schuss von Simko. Zweite Halbzeit war die größte Chance durch Daniel Wolf, wo sich der Schlussmann der Salzburger auszeichnen konnte und ein Distanzschuss wurde von Cziommer abgeblockt. Wir haben schon das eine oder andere Mal für Gefahr gesorgt, aber natürlich sind wir nicht ununterbrochen vor dem Tor der Salzburger zu finden gewesen. Auf der anderen Seite hatten die Roten Bullen ihre größten Chancen durch Eigenfehler von Ramsebner und einen 60 Meter Longlinepass, bei dem wir nicht gut sortiert waren. Sie haben uns aber nicht kreativ ausgespielt. Dass Fehler passieren und dadurch Chancen entstehen, ist klar. Dass wir uns aber den Rest des Spiels sehr intelligent verhalten haben und es den Salzburgern sehr schwer gemacht haben, war für mich schon beeindruckend.

Das heißt, mit dem Defensivverhalten warst du zufrieden?

Peter Stöger: Das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft war super. Beginnend vorne mit Friesi und Serkan, wie sie gearbeitet haben, war top. Dahinter sind wir schon fast eine Bank. Die letzte Reihe und die Jungs, die davor arbeiten, sind eine fixe Größe in unserem Spiel. Das Defensivverhalten funktioniert nahezu perfekt und Jörg hat seinen Aufwärtstrend ein weiteres Mal bestätigt.

Auch der Teamchef war gestern im Stadion. Hat er Jörg Siebenhandl beobachtet?

Peter Stöger: Das weiß ich nicht. Jörg hat zwei Spiele vor Ende des Herbstdurchganges, vielleicht mit einem halben Fehler bei einem Stand von 3:0 gegen Sturm Graz, eine Saison ohne Fehler gespielt hat. Er hat auch bestätigt, dass die ersten Spiele zu Beginn der Saison keine Eintagsfliegen waren und er sich die darauf folgende Einberufung ins A Nationalteam auch zu Recht verdient hat, das ist schön. Jörg weiß aber auch, dass es jetzt erst für ihn so richtig beginnt. Er hat sich in den letzten Monaten etwas aufgebaut und erarbeitet. Das aber zu bestätigen, wird seine Aufgabe in den nächsten zehn Jahren und das wird viel schwieriger.

Wir haben vor einigen Wochen über deinen Weihnachtswunsch gesprochen, bis in den Winter noch sechs bis sieben Punkte zu erreichen. Jetzt ist es dir und deiner Mannschaft gelungen, in den letzten drei Runden gegen Sturm Graz, Austria Wien und Red Bull Salzburg in Summe fünf Punkte einzufahren. Wie zufrieden bist du mit der gezeigten Leistung?

Peter Stöger: Also wenn wir mit dieser Punkteausbeute der letzten Spiele nicht zufrieden wären, obwohl ich auch immer sehr kritisch bin und immer mehr möchte, dann muss man schon sagen, man verkennt die Situation. Was für uns ganz wichtig zu erkennen ist und worüber wir uns auch sehr freuen, ist, dass wir gegen Große gewinnen können, es ihnen schwer machen können zu punkten und dass wir uns gut entwickeln. Wir dürfen aber nicht glauben, dass das alles nur so passiert. Da steckt viel Arbeit und Leistungsbereitschaft des gesamten Vereines dahinter, dass wir dies auch in dieser Art halten können. Wenn wir da nur ein wenig nachlassen, kann das ganz schnell wieder in die andere Richtung laufen. Wir dürfen uns nicht dabei ertappen daran zu denken, dass gegen Salzburg vielleicht mehr drinnen gewesen wäre, sondern realistisch den Blick auf die Situation haben. Da bin ich sehr zufrieden, aber ich glaube, dass die nächsten beiden Spiele genauso schwer werden, wie die letzten. Mit Ried und Mattersburg auswärts warten zwei schwierige Gegner auf uns.

Was erwartest du dir kommenden Samstag in Ried?

Peter Stöger: Also ich freu mich auf das Spiel, weil es eine große Herausforderung für uns ist. Ried ist ganz vorne dabei, hat einen tollen Herbst gespielt. Die Rieder sind ganz schlecht in die Saison gestartet, haben aber zuletzt ausgezeichnete Ergebnisse gemacht und sieben Spiele in Folge nicht verloren. Wir haben in den letzten sieben Runden auch nur einmal verloren und zu Hause gegen die Innviertler ein sehr gutes Spiel gemacht. Ich glaube, es wird eine interessante Aufgabe und wir könnten an eine gute Serie anschließen. Wir haben einige Spiele nicht verloren und gegen starke Gegner Punkte gemacht. Wir haben in den letzten Wochen gegen die Admira, Rapid, Austria, Sturm und auch Salzburg gepunktet. Jetzt treffen wir mit Ried auf die sechste Mannschaft, die vorne mitmischt und die würden wir natürlich auch gerne knacken. Das wird aber schwer!

Vielen Dank für das Gespräch!